WhatsApp im Kundenservice: was Sie wirklich brauchen
Nummer, Meta-App, dauerhafter Token, Webhook und App-Schlüssel: die Einrichtung Schritt für Schritt, und der Punkt, an dem WhatsApp sendet, aber nichts empfängt.
Ihre Kunden schreiben Ihnen ohnehin auf WhatsApp. Die Frage ist nicht, ob der Kanal genutzt wird, sondern wo die Nachricht landet: auf einem Telefon in einer Jackentasche, oder in dem System, in dem auch Angebot, Auftrag und Ticket liegen. Dieser Text erklärt, was für den zweiten Weg nötig ist, in der Reihenfolge, in der es zu tun ist, und wo die Einrichtung typischerweise scheitert.
WhatsApp Business auf dem Handy reicht nicht
Die kostenlose App ist für eine Person gedacht. Sie hängt an einem Gerät, sie kennt Ihre Kundenakte nicht, und wenn der Kollege im Urlaub ist, liegt der Chat mit dem Kunden im Urlaub mit. Vor allem: nichts davon steht später in einer Akte. Wer WhatsApp geschäftlich führt, braucht den offiziellen Weg über die WhatsApp Business Platform von Meta, und der beginnt nicht in der App, sondern in der Meta-Konsole.
Was Sie vorher besorgen müssen
Drei Dinge, und keines davon entsteht in Ihrer Software:
- Ein verifiziertes Meta-Business-Konto. Ohne Unternehmensverifizierung bleiben Sie beim Limit für Testnummern hängen und erreichen nur die dort eingetragenen Kontakte.
- Eine Rufnummer, die NICHT bereits bei WhatsApp aktiv ist. Auch nicht bei WhatsApp Business. Eine Nummer, die schon in der App läuft, muss vorher getrennt werden, und der Chatverlauf bleibt dabei nicht erhalten. In der Praxis nimmt man eine eigene Servicenummer.
- Eine App auf developers.facebook.com mit dem Produkt WhatsApp. Dort liegen die Kennungen, die Ihre Software später braucht.
Die vier Werte, die Sie übertragen
In der WhatsApp-Sektion Ihrer Meta-App, bei der API-Konfiguration, stehen die Phone Number ID und die WABA ID. Beide werden in die Einstellungen Ihrer Software kopiert.
Der Zugriffstoken ist der Punkt, an dem viele Einrichtungen ein paar Tage später
wieder stehen bleiben: Meta zeigt dort einen temporären Token an, der nach 24 Stunden
abläuft. Für den Dauerbetrieb legt man in Meta Business einen Systembenutzer an,
gibt ihm Zugriff auf die App und erzeugt einen dauerhaften Token mit den Berechtigungen
whatsapp_business_messaging und whatsapp_business_management.
Der Webhook ist die Adresse, an die Meta eingehende Nachrichten schickt. Sie wird
aus der Software kopiert und in Meta eingetragen. Dazu gehört ein
Verifizierungstoken, den Sie selbst erfinden: dieselbe Zeichenfolge steht auf beiden
Seiten und dient nur dazu, dass die Verbindung beim ersten Mal zustande kommt. Danach
muss in Meta noch das Feld messages abonniert werden, sonst schickt Meta nichts.
Der Punkt, an dem der Kanal sendet, aber nichts empfängt
Es gibt einen fünften Wert, und er ist der unauffälligste: den App-Schlüssel (App Secret), zu finden in den Basiseinstellungen der Meta-App.
Damit prüft Ihre Software, ob eine eingehende Nachricht wirklich von Meta stammt. Fehlt er, passiert etwas Unangenehmes: Der Verbindungstest meldet Erfolg, ausgehende Nachrichten funktionieren, und jede eingehende Nachricht wird stillschweigend verworfen. Kein Fehler im Postfach, keine rote Meldung, nur ein Kanal, der nie antwortet. Wer die Einrichtung prüft, sollte deshalb zwei Dinge getrennt kontrollieren: ob Meta antwortet, und ob eingehende Nachrichten überprüft werden können.
Wer schreiben darf
Bevor der erste Kunde schreibt, gehört noch eine Entscheidung getroffen: welche Nummern überhaupt bedient werden. Eine Freigabeliste ist kein optionaler Filter, sondern die Kostenbremse und der Spamschutz des Kanals. Beginnen Sie mit der eigenen Nummer, prüfen Sie den Ablauf, und öffnen Sie danach für den Rest.
Zwei Grenzen kommen von Meta selbst und gelten unabhängig von der Software: Wer außerhalb des 24-Stunden-Fensters nach der letzten Kundennachricht schreiben will, braucht eine von Meta genehmigte Vorlage, und solange die App im Entwicklungsmodus ist, sind nur die dort eingetragenen Nummern erreichbar.
Der Ansatz von Blina Desk
In Blina Desk hängt der Kanal nicht neben dem System, sondern darin. Eine eingehende Nachricht wird als Unterhaltung gespeichert, die Antwort kann automatisch erfolgen, und die KI arbeitet dabei mit den Daten, die ohnehin da sind: Kontakte, Aufträge, Rechnungen, Tickets, Termine. Was sie tun darf, ist eine kurze Liste, die Sie selbst festlegen: antworten, ein Ticket eröffnen, eine Aufgabe anlegen, den Stand eines Auftrags nachsehen.
Ein Tageslimit pro Kontakt begrenzt die KI-Kosten, und die automatische Antwort lässt sich abschalten: dann werden Nachrichten nur mitgeschrieben und Ihr Team antwortet selbst. Die Einrichtung liegt beim Administrator des Unternehmens, in einer einzigen Maske, mit der Schritt-für-Schritt-Anleitung daneben.
Der Unterschied zeigt sich einige Wochen später. Nicht daran, dass Nachrichten beantwortet werden, sondern daran, dass man ein halbes Jahr danach im Kundendatensatz nachlesen kann, was am Telefon, per E-Mail und per WhatsApp besprochen wurde, ohne drei Programme zu öffnen.